Frust und frischer Wind – Der deutsche Krankenhausmarkt

Länge:                   60 Minuten

Autor:                   Hermann Lorenz

Regie:                   Leslie Franke

Ein Filmprojekt geplant für ZDF

Die veröffentlichte Meinung ist selbstgewiss: Private Krankenhauskonzerne seien Renditetreiber, die Gewinne auf dem Rücken von Ärzten, Pflegern und Patienten machen. In der Asklepios-Klinik Hamburg-St. Georg regiere auf Stationen wie der Inneren und der Notaufnahme „Druck und Angst“, so ein Spiegel-Artikel, der „Einblicke in ein elendes System“ verspricht. Merkwürdig nur, dass eigene Patientenbefragungen ein exakt gegenteilige Bild ergeben: Alle Befragten lobten die hohe Sachkompetenz und die Art der Behandlung sowohl in der Abt. für Inneres als auch in der Notaufnahme. Ein Patient hatte sich aus Angst vor den „privaten Renditetreibern“ in der öffentlichen Uniklinik UKE operieren lassen. Nach zwei Tagen musste er dort das Bett räumen, bei Blutungen solle er sich an den Hausarzt wenden. Als zu Hause die Schmerzen immer unerträglicher wurden, hat er sich in der Nacht dann doch in die Notaufnahme der Asklepios-Klinik Hamburg-St. Georg gewendet. Dort stellte man sogleich eine Entzündung fest, die sich schon von der OP-Wunde ins Rückenmark zog.

Der Staat zieht sich zurück

Diese Momentaufnahmen mögen Zufall sein, sind aber Grund genug, einen unvoreingenommenen Blick auf den deutschen Krankenhausmarkt zu werfen. Tatsache ist, dass knapp ein Drittel der Krankenhäuser hierzulande stark defizitär sind. Und das sind in der Regel öffentliche Häuser. Doch es ist schon lange her, dass Kommunen und Länder problemlos diese Defizite gegenfinanzierten. In Zeiten der Schuldenbremse überlässt der Staat die Verantwortung für die Gesundheit weitgehend den Bürgern und dem Markt. Und für viele Krankenhäuser gibt es kaum noch eine andere Alternative als von privaten Konzernen übernommen zu werden. Nach zwei, drei Jahren verwandeln sich dann in denselben Häusern überall die Defizite in stabile Gewinne.

Auf dem Rücken von Ärzten, Pflegern und Patienten?

In der Regel ist dieser Weg zu Renditen überall derselbe: Konsequente Effektivierung aller Prozesse, Ausgliederung aller ineffektiven Bereiche und Zentralisierung der Versorgung. So werden überall Kosten gespart ohne eine schlechtere Behandlung der Patienten. Dabei hört man dann vielerorts den Einwand, Gesundheit und Krankheit seien keine Bereiche, mit denen Gewinn gemacht werden dürfe.

Mangelnde Investitionen der Länder

Tatsächlich kann in Deutschland keine Klinik mehr langfristig überleben, die nicht stabile Rendite generiert. Denn ohne diese Gewinne kann kein Krankenhaus mehr die nötigen Investitionen stemmen, die gebraucht werden um Anschluss zu halten. Eigentlich sind lt. Gesetz zwar die Länder verpflichtet, diese Investitionen zu finanzieren. Doch überall entzieht sich die öffentliche Hand weitgehend dieser Verpflichtung. Deshalb bleibt öffentlichen, kirchlichen und privaten Krankenhäusern keine Alternative zum Generieren ausreichender Gewinne, will man investitionsfähig bleiben.

Die Märkte wachsen zusammen

In den Münchner städtischen Kliniken erfahren wir, wohin sich der deutsche Krankenhausmarkt entwickelt. Über Jahre haben diese Kliniken regelmäßig Defizite produziert, sodass die Zahlungsunfähigkeit drohte. In dieser Situation entwickelte die Beratungsgesellschaft „Boston Consult“ ein Sanierungskonzept, mit dem der Klinikverbund mittlerweile eine schwarze Null erreicht. Der Verhandlungsführer der Berater, Dr. Axel Fischer, ist jetzt auch der Geschäftsführer der Münchner städtischen Kliniken. Für ihn ist das kommunale Unternehmen ein Wettbewerber wie alle anderen Krankenhäuser und privaten Klinikkonzerne auch. Der deutsche Krankenhausmarkt rückt zusammen. Alle, ob kirchliche, kommunale oder private Häuser, müssen eine optimale Rendite erwirtschaften, wollen sie im Wettbewerb nicht untergehen.

Der Marktgerechte Mensch

Ein Film von Leslie Franke, Herdolor Lorenz, Alexander Grasseck und Stefan Corinth, 90 Min.

Helfen Sie mit, dass ein Film entsteht, der zeigt, wie Solidarität verloren geht und wir alle Gefahr laufen, in Konkurrenz zueinander zu versinken, während die Reichen immer reicher. 

www.marketable-people.org

Europa ist im Umbruch. Seit dem neuen Jahrtausend und nach der Finanzkrise wurden neue Weichen gestellt. Die soziale Marktwirtschaft, gesellschaftliche Solidarsysteme, über Jahrzehnte erstritten, werden ausgehebelt. Besonders der Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Hier setzt der Film „Der marktgerechte Mensch“ an.

Noch vor 20 Jahren hatten in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten einen Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 38% sind es nur noch heute. Aktuell befinden sich bereits knapp die Hälfte der Beschäftigten in Praktika, wiederholt befristeter Arbeit, in Werkverträgen und Leiharbeit!! Altersarmut vorprogrammiert. Völlig ungesicherte Arbeit wie die der „Crowdworker“ (Internet-Arbeiter) und der Auftragsarbeit per App breiten sich schnell aus und unterlaufen den Mindestlohn. Manch gut Gebildete haben 3 Jobs, um zu überleben. JedeR ist sein/ihr eigener „Arbeitnehmer-Unternehmer“. Wer in dieser Gesellschaft mitspielen will, muss sich von klein auf dafür rüsten. Diese Konkurrenz ist uns meist sogar schon eigen.

Diese Entwicklung ist nicht gottgegeben, sie ist menschengemacht! Zuerst wurden in den USA und England die neoliberalen Vorstellungen vom schlanken Staat und einem schrankenlosen, globalen Markt umgesetzt. In Deutschland wurde diese Politik von der rot-grünen Regierung Schröder/Fischer übernommen. Mit einer Senkung der Unternehmenssteuern und der Deregulierung der Arbeit erreichte sie es, deutschen Konzernen nachhaltig enorme Kostenvorteile zu verschaffen. Gleichzeitig sanken die Realeinkommen zwischen 2000 und 2010 im Mittel um 4,2 Prozent. Die Beschäftigten an der unteren Einkommenshälfte mussten sogar Reallohnverluste zwischen 13,1 und 23,1 Prozent verkraften.

Ruinöser Wettbewerb Die Senkung der Arbeitskosten als einseitige deutsche Maßnahme im taufrischen Euro-Währungsverbund hatte katastrophale Folgen. Sie hat der deutschen Exportindustrie entscheidende Wettbewerbsvorteile gebracht - für alle anderen Länder der Eurozone dagegen zunehmende Nachteile ihrer eigenen Industrien. Mit dem Argument wieder wettbewerbsfähig zu werden, sind die anderen Länder seither unter enormen Druck geraten, es Deutschland gleich zu tun. Und in der Finanzkrise wurden Griechenland Spanien, Portugal und Italien sogar gezwungen, die Arbeitsrechte aufzuweichen. „Ich habe geliefert“, sagte Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi bei seinem Staatsbesuch in Berlin. Er hatte die Deregulierung des Arbeitsrechts geliefert. Griechenland, Portugal und Spanien hatten bereits geliefert. Doch die Arbeitslosigkeit ist dadurch nirgendwo gesunken. Aber fast alle Menschen in Europa haben an sozialer Sicherheit verloren und wurden in einen Konkurrenzkampf geschickt, der zunehmend alle Lebensbereiche umfasst.

Viele Menschen ahnen, dass da etwas schief läuft. Sie fühlen sich ausgeliefert, weil sie das Menschenwerk hinter der Deregulierung nicht verstehen. Doch diese Entwicklung ist mitnichten „alternativlos“. Die Demokratie hat nur eine Chance, wenn Bürger anfangen, ihre Interessen zu erkennen. „Der Marktgerechte Mensch“ wird ein Werkzeug dazu sein.

Der Marktgerechte Mensch“ entsteht als Film von unten“ – finanziert von denen, die ihn sehen und zeigen wollen. Die letzten Projekte der Filmemacher wie „Wer Rettet Wen?“ „Water Makes Money“ und „Bahn unterm Hammer“ haben gezeigt, wie mit Aufklärung und Mobilisierung Einfluss genommen werden kann.

Deshalb rufen wir auf: Helfen Sie mit, dass dieser Film zustande kommt.

Investieren Sie in den Film „Der marktgerechte Mensch“! Helfen Sie mit, ein Stück Ihrer Zukunft zu sichern. 

  • Mit jeder Spende sind Sie Förderer/in des Filmes. Ab 20 €  erhalten Sie von „Gemeingut in BürgerInnenhand“ eine DVD-Kopie mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung

  • Ab 100 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Goldförderer/in. Auf Wunsch werden Sie im Abspann namentlich genannt.

  • Ab 1.000 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Nachhaltigkeitsförderer/in. Sie werden als Ehrengast zur Premiere eingeladen.

Zahlungen bitte auf das Konto: Empfänger: Der marktgerechte Mensch, GLS Bank, IBAN: DE 49430609672020346200, BIC: GENODEM1GLS

 180.000 EURO

ist die Filmförderung von unten, die bis zum 31.12.2018 das Fundament des Films errichten soll

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